Rappbode-Talsperre – Deutschlands höchste Staumauer im Harz Atemberaubende Ausblicke, beeindruckende Technik und eines der spektakulärsten Ausflugsziele im Ostharz
Die Rappbode-Talsperre ist mit 113 Millionen Kubikmeter Wasser der größte Stausee im Harz. Oberhalb der Orte Thale und Quedlinburg wurde in den Jahren 1952 bis 1959 der Fluss Rappbode gestaut. Entstanden ist ein 3,9 Quadratkilometer großer See, der mit vielen Attraktionen lockt. Mit 106 Meter Höhe ist die Mauer zudem die höchste ihrer Art in Deutschland. Das Wasser aus dem Stausee versorgt Städte wie Halle und Leipzig mit gutem Trinkwasser.
Die Rappbode-Talsperre wurde aus mehreren wichtigen Gründen gebaut – sie ist also kein reines Bauprojekt, sondern ein zentrales Element der Wasserwirtschaft im Harz.
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Warum wurde die Rappbode-Talsperre gebaut?
1. Trinkwasserversorgung
Der wichtigste Grund war die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Das Wasser aus dem Harz ist besonders sauber und wird über die Rappbode-Talsperre gesammelt, aufbereitet und in größere Regionen Sachsen-Anhalts und darüber hinaus geleitet.
2. Hochwasserschutz
Die Talsperre dient dem Schutz vor Hochwasser. Starkregen und Schneeschmelze im Harz können große Wassermengen freisetzen. Durch das Stauvolumen der Rappbode-Talsperre lassen sich Hochwasserwellen kontrolliert zurückhalten.
3. Wasserwirtschaftliche Regulierung
Sie sorgt für einen gleichmäßigen Wasserabfluss in Trockenzeiten und stabilisiert damit den Wasserhaushalt der Region – wichtig für Umwelt, Landwirtschaft und nachgelagerte Gewässer.
4. Energieerzeugung
Über ein angeschlossenes Wasserkraftwerk wird zusätzlich elektrische Energie erzeugt. Die Stromproduktion ist zwar nicht der Hauptzweck, ergänzt aber die Nutzung sinnvoll.
5. Zentrale Rolle im Talsperrensystem Harz
Die Rappbode-Talsperre ist das Kernstück eines ganzen Talsperrensystems. Sie sammelt Wasser aus mehreren Zuflüssen und koordiniert die Aufgaben der umliegenden Talsperren.
Kurz gesagt
Die Rappbode-Talsperre wurde gebaut, um Menschen zu schützen, Trinkwasser bereitzustellen, Hochwasser zu verhindern und den Wasserhaushalt langfristig zu sichern. Dass sie heute zusätzlich ein beliebtes Ausflugsziel ist, kam erst später dazu.
Die größte Staumauer Deutschlands

Erstmals wurde im Jahr 1891 über die Errichtung einer Talsperre nachgedacht. Damals war eine Staumauer oberhalb des Ortes Thale am Fuße der Bodeschlucht im Gespräch. Die Mauer sollte nahe den heutigen Aussichtsplätzen Hexentanzplatz und der gegenüberliegenden Rosstrappe verlaufen und eine Höhe von 150 Meter aufweisen. Viele Orte wären der alten Planung so zum Opfer gefallen. Doch als die Pläne im Jahr 1938 fertig waren, kam es ganz

anders. Statt eines 150 Mio. Kubikmeter großen Stausees und vieler überfluteter Orte, entschloss man sich mehrere kleinere Dämme zu bauen. Bis 1942 konnten viele Arbeiten wie die Flussumleitung, die Dichtung und das Dammfundament fertig gestellt werden. Dann ruhte die Baustelle für ganze 10 Jahre. Im sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Dank Hilfe des westdeutschen Bauunternehmen Polensky & Zöllner konnte die größte Talsperre Deutschlands schließlich 1959 eröffnet werden.
Daten zur Rappbode-Talsperre
- Bundesland – Sachsen-Anhalt
- Bauzeit – 1952-59
- Stauraum – 113 Mio. Kubikmeter Wasser
- Kraftwerksleistung – 5,40 MW
- Bauvolumen – 860.000 Kubikmeter Beton
- Höhe – 105 Meter
- Kronenbreite – 12,50 Meter
- Kronenlänge – 415 Meter
- Basisbreite – 78 Meter
- Wasseroberfläche – 3,7 Quadratkilometer
Die größten Talsperren und Stauseen im Harz:
- Granetalsperre – 67 Meter hoch, Baujahr 1966-69, Stauraum 46,40 Mio. Kubikmeter Wasser, 0,18 MW Leistung
- Innerstetalsperre – 66 Meter hoch, Baujahr 1963-66, Stauraum 19,26 Mio. Kubikmeter Wasser
- Okerstausee – 75 Meter hoch, Baujahr 1938-56, Stauraum 46,85 Mio. Kubikmeter Wasser, 4,14 MW Leistung
- Eckertalsperre – 65 Meter hoch, Baujahr 1939-42, Stauraum 13,27 Mio. Kubikmeter Wasser, 0,60 MW Leistung
- Sösetalsperre – 56 Meter hoch, Baujahr 1928-31, Stauraum 25,50 Mio. Kubikmeter Wasser, 1,44 MW Leistung
- Odertalsperre – 62 Meter hoch, Baujahr 1930-33, Stauraum 30,61 Mio. Kubikmeter Wasser, 4,70 MW
- Rappbode-Talsperre – 106 Meter hoch, Baujahr 1952-59, Stauraum 113 Mio. Kubikmeter Wasser, 5,40 MW Leistung
- Talsperre-Wendefurth – 44 Meter hoch, Baujahr 1957-67, Stauraum 7,20 Mio. Kubikmeter Wasser, 0,837 MW Leistung
- Kelbra – 12,70 Meter hoch, Baujahr 1962-66, Stauraum 35,60 Mio. Kubikmeter Wasser
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„Die Rappbode Talsperre – Ein Großbau des Sozialismus. Grundsteinlegung am Tag des Friedens 1952. Übergeben am 3. Oktober 1959 aus Anlass des zehnten Jahrestages der Deutschen Demokratischen Republik.“
„Die sozialistischen Produktions-Verhältnisse unseres Arbeiter- und Bauern Staates. Die großen Leistungen der am Bau beteiligten Arbeiter, Techniker und Ingenieure waren die Grundlagen der Entstehung dieses Werkes. Anerkennung und Dank den Erbauern.“
FAQ – Rappbode-Talsperre im Harz
Wo liegt die Rappbode-Talsperre?
Die Rappbode-Talsperre liegt im Ostharz in Sachsen-Anhalt. Sie befindet sich zwischen den Orten Hasselfelde, Rübeland und Elbingerode.
Warum ist die Rappbode-Talsperre so bekannt?
Die Rappbode-Talsperre ist bekannt, weil sie mit einer Höhe von rund 106 Metern die höchste Staumauer Deutschlands ist. Zudem ist sie ein zentrales Bauwerk der Wasserwirtschaft im Harz und ein beliebtes Ausflugsziel.
Wann wurde die Rappbode-Talsperre gebaut?
Der Bau der Talsperre begann Anfang der 1950er-Jahre. Die Anlage wurde im Jahr 1959 fertiggestellt und in Betrieb genommen.
Welche Aufgaben erfüllt die Rappbode-Talsperre?
Die Talsperre dient dem Hochwasserschutz, der Trinkwasserversorgung sowie der Energieerzeugung durch Wasserkraft. Sie ist Teil eines größeren Talsperrensystems im Harz.
Wie hoch ist die Staumauer der Rappbode-Talsperre?
Die Staumauer ist etwa 106 Meter hoch und damit die höchste Staumauer in Deutschland. Ihre massive Bauweise prägt das Landschaftsbild des Ostharzes.
Kann man die Rappbode-Talsperre besichtigen?
Ja, die Staumauer und ihre Umgebung sind frei zugänglich. Besucher können die Mauer überqueren und verschiedene Aussichtspunkte rund um den Stausee nutzen.
Gibt es Aussichtspunkte an der Rappbode-Talsperre?
Rund um die Talsperre gibt es mehrere Aussichtspunkte, von denen sich eindrucksvolle Blicke auf die Staumauer und den Stausee bieten.
Ist die Rappbode-Talsperre ein Ziel für Wanderer?
Ja, die Umgebung der Talsperre ist ein beliebtes Wandergebiet. Zahlreiche Wege führen durch den Ostharz und entlang des Stausees.





